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Von der Skizze zum Glasobjekt

Poschinger Glasmanufaktur seit 1568

Für ein gläsernes Unikat braucht es viele präzise Arbeitsschritte. Die wichtigsten Stationen:

Eine Idee als Vorlage

Poschinger fertigt Gläser nach jedem Kundenwunsch und setzt die Ideen von Designern, Firmen, Vereinen und Verbänden, aber auch von Privatpersonen um. Oft reicht schon die Idee als Vorlage für das spätere Objekt, besser ist freilich eine genaue Beschreibung, Skizze oder Zeichnung. Oder die Reste vom heilen Stück, wenn das Lieblingsglas in Scherben liegt.

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Der Schnitt

Der (Form-)Schnitt bezeichnet eine Papierschablone aus Spezialkarton. Sie bildet – nach der Idee und ersten Skizzen – die Grundlage jedes Glases. Liegt der Entwurf des Kunden vor, wird für die Anfertigung einer Holz- oder Metallform ein Schnitt gezeichnet und ausgeschnitten.

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Das Model

Nach der Schnittzeichnung als Vorlage stemmt oder drechselt der Formenmacher aus massiven Buchenholzquadern die Holzform, den so genannten „Model“, worin später das 1200 Grad heiße Glas eingeblasen wird.

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Die Glasfarben

Die Manufaktur schmilzt 15 verschiedene Farbgläser. Deren Rezepturen wurden vor mehreren Jahrhunderten im Haus kreiert und beständig verfeinert. Für gut 100 weitere Farben kommen Farbzapfen, Glasmehle und -krösel in unterschiedlichen Körnungen zum Einsatz.

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Am Glasofen

Glas wird innerhalb eines Teams von drei bis vier Glasmachern gefertigt. Dazu wird 1200 Grad heißes, zähflüssiges Glas aus den Schamotthäfen des Glasofens geholt, zunächst zur Kugel geformt und nach mehrmaligem Nachfassen zusätzlicher Glasposten in die Form eingeblasen. Dabei darf das Glas weder zu heiß noch zu kalt sein, da es sonst zu schnell abläuft bzw. erstarrt.

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Ab ins Kühlband

Sofort nach seiner Herstellung muss Glas in den „Kühlofen“, wo es langsam bis an den Erweichungspunkt erwärmt und wieder abgekühlt wird. Dadurch werden alle Glasteile gleichmäßig entspannt. Je nach Art und Größe des Glases dauert der Durchlauf auf dem Kühlband eineinhalb bis vier Stunden.

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Die Nachbearbeitung

Mit dem Abkühlen ist das Glas noch nicht fertig gestellt. Weitere Arbeitsschritte folgen: Zunächst wird die Glaskappe wird entfernt. Dabei wird das Glas an der Stelle, an der es abzusprengen ist, vorgeritzt und per Stichflamme erhitzt, so dass die Kappe waagrecht abspringt. Anschließend wird der Mundrand plan geschliffen oder verschmolzen.

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Die Veredelung

Manche Gläser werden nach ihrer Fertigung zusätzlich dekoriert – sie werden „veredelt“. Geschliffen, graviert, bemalt, bedruckt oder sandgestrahlt: Von Hand werden verschiedene Veredelungstechniken ausgeführt – je nachdem, welche Verzierung der Kunde wünscht.

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Ein letzter Test

Nach der Vielzahl an Arbeitsschritten erfolgt die Endkontrolle des Glases. Ist es perfekt, wird es signiert, etikettiert und verpackt - und in alle Welt verschickt.

Film: Geformte Leidenschaft in Glas

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